Bericht vom Festival 2010
vom 07/08.08.2010
Liebe Interessierte, liebe Abwesende, liebe Unentschlossene,
Abschließend möchten wir Euch noch einmal über die letzten Ereignisse des Festivals informieren:
Am Freitagabend stand ein Skypeinterview mit Ken Wilber auf dem Programm. Die Teilnehmer hatten dabei die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an Ken Wilber zu stellen. Die Anwendung der von ihm entwickelten integralen Theorie und ihre Brisanz hinsichtlich der globalen Gesamtsituation standen dabei im Mittelpunkt. Das hohe intellektuelle Niveau gepaart mit Wilbers unverwechselbarem Humor und der Authentizität seines Ausdrucks, machten das Interview zu einem Highlight des Festivals. Thomas Hübl im Austausch mit Ken Wilber zu erleben war dabei eine wahre Freude und berührte ungemein.
Der Samstagnachmittag stand ganz im Zeichen des „unbezähmbaren Herzens“. Dr. Christina Kessler brachte die Teilnehmer bei ihrem Workshop mit emotionalisierenden Musikstücken in Fahrt. Gegenseitige Wertschätzung und Würde, Eigenschaften die nach Dr. Christina Kessler in unserer „spirituell verarmten Kultur“ auf der Stecke bleiben, wurden in verschiedenen Übungen zelebriert. Humor und Leichtigkeit dabei zu pflegen, liegt Dr. Christina Kessler am Herzen, denn „Humor ist für mich die Möglichkeit hinter der Unvollkommenheit die Vollkommenheit zu sehen“.
Parallel zu Christina Kesslers Workshop lud der Arbeitszirkel Wirtschaft und Bewusstsein zu einem abschließenden Treffen ein. Die ganze Festivalzeit hindurch hatten Teilnehmer die Möglichkeit, mit den Mitgliedern des Wirtschaftszirkels über berufliche Ziele, über Wünsche und Möglichkeiten zu sprechen. Unter dem Motto „Wirtschaft hat nichts mit mir zu tun, oder?“ gaben hier die Mitglieder des Teams „Wirtschaft und Bewusstsein“ - allesamt kompetente Fachleute - ihre Erfahrungen wider, die sie im Laufe des Festivals gesammelt hatten. Ein zentrales Thema, das den Fachleuten dabei immer wieder begegnet ist, ist die Tatsache, dass vielen Menschen die Kraft fehlt „in ihrer Tätigkeit flüssig zu sein und ins Handeln zu kommen“, eine unerklärliche Kraftlosigkeit halte viele davon ab, Dinge zu tun und voll für sie zu gehen. Ängste und Zweifel in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten würden dabei eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus berichteten die Fachleute von ihrer eigenen Vorgehensweise im beruflichen Alltag und betonten die Dringlichkeit, dass unterschiedliche Menschen ihre jeweils individuelle Sprache finden müssten, um ihr Feuer zu entfachen. Schließlich riefen sie die Teilnehmer dazu auf, sich immer wieder die Frage zu stellen, wie sie mehr Bewusstsein in ihren Arbeitsalltag einbringen könnten.
Am Samstagabend durften sich die Teilnehmer auf eine exklusiv fürs Celebrate Life Festival aufgenommene DVD-Meditation mit Eckart Tolle freuen. Mit wenigen Worten und umso mehr Ruhe und Präsenz führt Eckart Tolle in die Stille. Er macht diese erfahrbar wie kaum ein anderer und befreit dabei Lebensgeschichte von ihrer Dramaturgie. Die Spannung löst sich in den langen Pausen zwischen seinen Worten – im Hier und Jetzt.
Am Sonntagmorgen kamen die Teilnehmer abschließend bei Sharing the Presence zusammen. Thomas Hübl erinnerte hier noch einmal an das Kernanliegen des Festivals. Daran, dass es in erster Linie nicht darum gehen könne, miteinander eine gute Zeit zu verbringen, sondern an die Dringlichkeit, Impulse, die das Festival gibt in die Welt zu tragen und in der Welt (vor) zu leben. Er machte deutlich, dass ein neues Bewusstsein, ein neues Miteinander nicht einfach von selbst entstehe, sondern, dass es hierfür eine kompromisslose Ausrichtung brauche. Er erinnerte an die Verantwortung jedes Einzelnen in diesem Prozess: Denn „das höchste Bewusstsein innerhalb einer Gruppe ist ihre Zimmerdecke“. Was also innerhalb einer Gruppe möglich sein kann und wie viel (Gestaltungs)raum wir uns nach oben geben, liegt in hohem Maße auch an uns selbst!
Text: Concha von Mannstein
Fotos: Martin Gerhart
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